Da wir oft auf die Authentizität unseres "Daseins" auf Märkten angesprochen werden, haben wir uns die Mühe gemacht, dies ein bißchen zu recherchieren.

Viel Spaß beim Lesen! 

 

 Jongleresses baleresses :

"Spielweiber , Spielfrauen (auch Baleresses, Tumbleresses, Jongleresses, Chantaresses, Fidicinas, etc.) wurden teilweise als Vortänzerinnen oder Wahrsagerinnen reich entlohnt. Ihr Ansehen war dennoch extrem gering. Nach Buch III, Artikel 36 des Sachsenspiegels war sogar die Notzucht an fahrenden Weibern straflos gestellt. An Instrumenten spielten sie ab dem 12. Jahrhundert bevorzugt Kastagnetten, Schellenbänder, Drehleier und Schellentrommel. Schautänzerinnen mit akrobatischen Fähigkeiten wanderten von Hof zu Hof. Andalusische Tänzerinnen waren in Paris bekannt. "


Danke an Helena Lehmann ,die mir diesen Tipp  gab und das Zitat stammt aus: http://www.huscarl.at/wissenschaft10.php

 

Spilwip:

Mittelalter Lexikon, der freien Wissensdatenbank: 

spilwip (mhd. auch spilmennin; mlat. joculatrix, jongleresse). Zusammen mit ihren männlichen Kollegen oder alleine zogen ® Spielleute weiblichen Geschlechts über Land, traten bei höfischen Festen auf oder bei Lustbarkeiten des Volkes in Stadt und Land. Jongleresses produzierten sich als Tänzerinnen, Schauspielerinnen, Akrobatinnen, Sängerinnen und Musikantinnen und setzten dabei auch auf die Anziehungskraft ihrer körperlichen Reize. Waren den klerikalen Eiferern schon Spielleute verhasst, um wieviel mehr mussten sie die von Natur her sündhaften Frauen in dieser Rolle hassen (s. Frauenfeindlichkeit). Ebenso wie die professionellen Unterhalterinnen wurden Frauen und Töchter der Spielleute verächtlich gemacht, auch wenn sie nur als Statistinnen und als Randfiguren auftraten.
Das spilwip wurde mit der Königstochter Salome in eins gesetzt, die als Lohn für ihren lasziven Tanz das Haupt des Johannes Baptista gefordert hatte. Das Motiv der verführerischen Tänzerin, die sich zur Begleitmusik der Dämonen in unnatürlichen Verrenkungen windet, erscheint häufig in ma. Malerei und Plastik.
"Meretrices est histrione" (Huren und Schauspieler) war ein Begriffspaar, das schon der Hl. Augustinus verwandt hatte und das in den Tiraden späterer Moralprediger als Stereotyp erscheint. Spilwip und Hure setzten ihren Körper auf sündhafte Weise zum Gelderwerb ein, sie seien Agenten des Satans, in dessen Fänge sie durch ihre Verführungskunst Jünglinge und Männer lockten, während sie durch ihr schlechtes Vorbild Mädchen und Frauen vom Pfad der Tugend abbrachten.
Wenn auch die Hasstiraden der leib-, lust- und frauenfeindlichen Prediger eher den Psychopathologen als den Historiker angehen, so enthalten sie doch insofern Wahres, als die Jongleresses zum einen sehr wohl die erotische Körpersprache beherrschten und animierend einsetzten, zum anderen sich aus Gründen des Selbstschutzes fallweise einem "Beschützer" hingaben und zum Dritten sich als unbehauste und herrenlose Fahrende den gültigen Normen entzogen und sich außerhalb der Ständegesellschaft stellten.

 

Artikel von Christina Helm :

Magister Artium (M.A.) in systematischer Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Klassischer Literaturwissenschaft.
Die Unterhaltungskünstler des Mittelalters waren außerhalb der Gesellschaftsordnung der Stände einzuordnen und hatten keine rechtliche,kirchliche oder soziale Geltung:

Sie waren anders – oft eher im negativen Sinnbetrachtet. Feierlichkeiten ohne Gaukler und Sänger waren nahezu undenkbar: Auf Jahrmärkten, bei Banketten, Hochzeitsfeiern und bei Kirchenfesten waren sie anzutreffen.
Sie boten die Zerstreuung, die erwünscht war: Zaubereien, Artistik,  Tänze,  krobatik, Clownereien, Puppenspielereien, Komödien, Feuerspucken, Jonglieren und kesse Liedtexte  sowie romantische Liebesballaden und vieles mehr.

 

Streifzüge ins deutsche Mittelalter  
Von J.E. Wessely

So vereint der Sonntagnachmittag die Jugend unter der Dorflinde, die alten Mütter und Väter kommen auch herbei, um sich an den Spielen und dem Gesange der Jugend zu ergötzen. Da erscheint, wie gerufen, ein Fiedler und schon ist alles zum Tanz  bereit. Bald ist der große Reihen geordnet, Tänzer und Zuschauer stimmen im Chor den Gesang an, zu dessen Rhythmus sich die Tanzenden im Kreise bewegen.  
Zuweilen wird der Tanz recht bewegt, sogar frei nach unseren
heutigen Begriffen.
Die Kirmesse bildet besonders die Gelegenheit zu den übermütigen Tänzen, wie auch die Hochzeitsfeste.  Zu den wilden Tänzen wird insbesondere der Hoppeldei oder Hopelrei gehören; bei diesen zeigten die Burschen ihre Kraft,  indem sie die Tänzerinnen hoben, daß diese die Röcke hinaufflogen und die Paare mit den Köpfen zusammenstießen.

Neidhardt beschreibt oft die Bauernfestlichkeiten und deren Tänze.

http://www.brigantia-astaria.de/page/infos.htm